Simracing News vom 14. Mai 2026
Forza Horizon 6: Reviews im Überblick – Japan überzeugt, Tokio enttäuscht
Bild: Xbox Game Studios Dieser Artikel fasst Reviews anderer Publikationen zu Forza Horizon 6 zusammen.
- Japans Landschaft gilt als beste Spielwelt der Reihe, Tokio fällt dagegen ab
- Driften und Fahrgefühl werden breit gelobt, Lenkrad-Support bleibt problematisch
- Über 550 Autos und 20+ Stunden Kampagne zum Launch
- Geteilte Meinungen bei Sound, Fahrphysik-Tiefe und Story
Mit Forza Horizon 6 erfüllt Playground Games einen langjährigen Community-Wunsch: Die Open-World-Rennserie zieht nach Japan. Neun Regionen plus Tokio bilden die Kulisse für den sechsten Teil, der ab dem 19. Mai auf PC und Xbox Series X|S verfügbar ist. Eine PS5-Version folgt zu einem späteren Zeitpunkt. Wir haben sieben Reviews ausgewertet, von SimRacing-Fachmedien bis zu Gaming-Magazinen.
Übersicht
- Entwickler: Playground Games
- Publisher: Xbox Game Studios
- Plattformen: PC (Steam, Xbox Store), Xbox Series X|S; PS5 folgt
- Release: 19. Mai 2026 (Standard/Deluxe), 15. Mai 2026 (Premium mit Early Access)
- Preis: ca. 70 € (Standard), ca. 120 € (Premium)
- Lenkrad-Support: vorhanden, aber eingeschränkt
- VR-Support: nicht vorhanden
- Triple-Screen: via Nvidia Surround möglich, ohne Winkelkorrektur
Was alle loben

In einem Punkt sind sich alle sieben Tester einig: Die Spielwelt abseits von Tokio gehört zum Besten, was die Forza-Horizon-Reihe bisher geboten hat. Traxion beschreibt die Karte als abwechslungsreich und der Franchise-Spitze ebenbürtig. Overtake.gg hebt die Vielfalt der Regionen hervor, von Schneelandschaften über Tempelanlagen bis zu Küstenstraßen. IGN DE bestätigt die Dichte der Landschaft trotz sonstiger Kritik als großes Highlight. Eurogamer.de lobt die Panoramen mit dem Fuji im Hintergrund und Nebelrennen als visuelles Fest.
Ebenfalls Konsens: Der Umfang ist gewaltig. Rund 550 Autos stehen zum Launch bereit, darunter zahlreiche JDM-Ikonen und Kei-Cars als eigene Klasse. Die Kampagne umfasst laut den meisten Testern 15 bis 20 Stunden. Overtake.gg zählt knapp 100 Renn-Events allein für die Festival-Progression.
Das neue Wristband-Progressionssystem stößt ebenfalls auf breite Zustimmung. PC Games, Overtake.gg und Traxion bewerten die Rückkehr zu einer klareren Aufstiegsstruktur als Fortschritt gegenüber dem Vorgänger. Die Rush-Events, gescriptete Action-Sequenzen im Stile eines Stuntfahrer-Films, werden von allen Testern als Highlight genannt. IGN DE vergleicht sie mit Split/Second und Stuntman.
Was kritisiert wird

Die mit Abstand häufigste Kritik betrifft Tokio. Alle sieben Reviews bemängeln, dass die Stadt zu leer und zu klein geraten ist. Traxion vermisst dichtere Straßen und mehr Verkehr. Overtake.gg spricht von einer Disneyland-Version der Metropole. IGN DE kritisiert die Sterilität: keine Passanten auf den Straßen, keine Tiere, selbst die Shibuya-Kreuzung nur ein abgesperrtes Set-Piece. Eurogamer.de vermisst das Neonmeer bei Nacht und nennt Tokio kaum mehr als eine Kleinstadt. PC Games stellt fest, dass sich Passanten hinter unzerstörbaren Absperrungen verstecken.
Ein zweiter Konsens-Kritikpunkt: Die Fahrer-KI. games.ch bezeichnet sie als teilweise passiv, PC Games bemängelt das gummihafte Kontaktverhalten und die Physik-Aussetzer der Gegner in Kurven. Eurogamer.de kritisiert das übertriebene Abbremsen der KI, GamePro ordnet das Verhalten als mechanisch ein.
Ebenfalls mehrfach genannt: Die japanische Autokultur wird nur an der Oberfläche behandelt. IGN DE vergleicht die Inszenierung mit einem Themen-Restaurant statt einer lebendigen Szene. Eurogamer.de zieht den direkten Vergleich zu JDM: Japanese Drift Master, das die japanische Driftkultur trotz kleinerem Budget authentischer einfange. PC Games kritisiert, dass die Tuning-Optionen trotz Japan-Setting nicht an ein Need for Speed: Underground heranreichen.
Weitere wiederkehrende Kritikpunkte: Der Estate-Sandbox-Modus wird von PC Games als fummelig und von Eurogamer.de als umständlich beschrieben. Die Belohnungsflut bleibt trotz Anpassungen bestehen. IGN DE sieht das versprochene Aufstiegsprinzip durch die sofortige Verfügbarkeit hochkarätiger Boliden untergraben.
Wo sich die Tester uneinig sind

Beim Sound gehen die Meinungen deutlich auseinander. Overtake.gg bewertet ihn auf ganzer Linie positiv und lobt Musik, Effekte und Sprachausgabe gleichermaßen. IGN DE kommt zum gegenteiligen Schluss: Viele Motoren klingen zu dünn und generisch, JDM-Ikonen verlieren dadurch ihren Charakter.
Auch bei der Fahrphysik gibt es keine Einigkeit. Traxion, GamePro und Eurogamer.de loben das Fahrgefühl, wobei Eurogamer.de vor allem das driftfreudige Handling als Verbesserung hervorhebt. IGN DE hingegen beschreibt die Physik als schwammig und bemängelt, dass sich die Disziplinen Straße, Rally und Offroad zu wenig voneinander unterscheiden.
Bei Story und Charakteren zeigt sich ein ähnliches Bild. Overtake.gg lobt, dass die Figuren wie Erwachsene sprechen und der Cringe-Faktor gegenüber Forza Horizon 5 stark reduziert wurde. Eurogamer.de findet die Aufmachung dagegen dröge und die Charaktere uninteressant. PC Games kritisiert den stummen Protagonisten als Rückschritt.
Die Jahreszeiten polarisieren ebenfalls. PC Games stuft sie als Rückschritt gegenüber Forza Horizon 4 ein, da Asphaltstraßen schneefrei bleiben und das Fahrverhalten kaum beeinflusst wird. IGN DE und Eurogamer.de erwähnen die Jahreszeiten dagegen als stimmungsvollen Faktor.
Fahrphysik und Hardware-Support

Forza Horizon 6 bleibt ein Arcade-Racer mit Simcade-Einschlag. Im Simulation-Lenkungsmodus korrigiert das Spiel Slides laut Traxion weniger aggressiv als zuvor. Eurogamer.de beschreibt das Driften als zugänglicher denn je. Alle Tester stimmen überein, dass das Spiel primär auf Gamepad ausgelegt ist.
Beim Lenkrad-Support zeigen sich Probleme. Overtake.gg berichtet von fehlendem Force Feedback auf einem Simucube-3-Setup am PC. Eurogamer.de meldet, dass ein Fanatec-Wheel nicht erkannt wurde. Laut Overtake.gg funktionierte ein Fanatec DD2 bei einem Kollegen problemlos, die Kompatibilität variiert also je nach Gerät. H-Shifter funktionieren grundsätzlich, eine Kupplung wird vom Spiel jedoch nicht erzwungen. VR wird nicht unterstützt. Triple-Screen ist über Nvidia Surround möglich, allerdings ohne Winkelkorrektur und damit ohne Verbesserung gegenüber Forza Horizon 5.
Technischer Zustand
Technisch hinterlässt Forza Horizon 6 einen soliden Eindruck. Overtake.gg erreicht mit einer RTX 4080 Super bei 1440p stabile 100 FPS bei maximalen Details. Traxion berichtet von 60 FPS auf durchschnittlichen PC-Specs. Eurogamer.de bestätigt, dass das Spiel sogar auf dem Steam Deck mit über 30 FPS läuft. Raytracing kostet laut Overtake.gg rund 50 % der Bildrate. Ein bekannter Bug mit DLSS-Streaks hinter Fahrzeugen soll laut Entwickler per Patch behoben werden. Abstürze oder schwere Fehler melden die Tester nicht.
Langzeit-Potenzial
Das Live-Service-Modell mit wöchentlich wechselnden Jahreszeiten und der Festival Playlist war zum Testzeitpunkt noch nicht aktiv. Traxion erwartet, dass sich die Fahrzeugliste über diesen Weg erweitert. IGN DE betont, dass der Multiplayer-Anteil eine eigene Bewertung nach ausreichender Testphase verdient hätte. Der Streckeneditor und EventLab bieten laut Eurogamer.de kreatives Langzeit-Potenzial, auch wenn die Bedienung mit Gamepad umständlich ist.
DACH-Einordnung
Forza Horizon 6 ist ab dem 19. Mai im Xbox Store und auf Steam erhältlich. Besitzer der Premium-Edition (ca. 120 €) spielen ab dem 15. Mai. Das Spiel ist vollständig in deutscher Sprache lokalisiert. Wer Xbox Game Pass Ultimate besitzt, hat Zugang zur Standard-Edition. Für Lenkrad-Nutzer im DACH-Raum gilt: Vor dem Kauf die Kompatibilität der eigenen Hardware prüfen, besonders bei Simucube- und Fanatec-Geräten gibt es zum Launch Einschränkungen.
Unsere Einordnung
Forza Horizon 6 tritt als der umfangreichste Open-World-Racer des Jahres an und wird diesem Anspruch in den meisten Bereichen gerecht. Für Sim-Racer, die auf sauberen Lenkrad-Support, VR oder tiefgreifende Fahrphysik setzen, bleibt das Spiel eine Arcade-Erfahrung mit bekannten Einschränkungen. Wer einen visuell starken Japan-Trip mit Hunderten Autos und Dutzenden Stunden Content sucht, wird hier gut bedient. Wer die japanische Autokultur in der Tiefe erleben möchte, sollte die Erwartungen an Tokio und die kulturelle Inszenierung allerdings dämpfen.
Quellen:
Autor: Christoph
Leidenschaftlicher Webentwickler und seit 2021 begeisterter Simracer mit Fokus auf Rally. Hauptsächlich unterwegs in Richard Burns Rally und neuerdings auch in AC: Rally.