Corsair übernimmt nach Fanatec nun auch Trak Racer
- Corsair erwirbt alle Vermögenswerte von Trak Racer und positioniert die Marke als Ergänzung zu Fanatec
- Rollenteilung: Fanatec deckt Elektronik ab, Trak Racer die physischen Simulatoren inklusive Flugsimulation
- Gründer Matt Sten wird CTO for Sim Solutions bei Corsair, Trak-Racer-CEO Pete Hosking bleibt als General Manager
- Für bestehende Kunden sollen sich Preise, Garantien und Support vorerst nicht ändern
Cockpit-Spezialist aus Australien unter neuem Dach
Der börsennotierte US-Konzern Corsair Gaming (Nasdaq: CRSR) hat alle Vermögenswerte des australischen Herstellers Trak Racer erworben. Das 2008 von Matt Sten gegründete Unternehmen entwickelt und vertreibt Cockpits, Sitze, Frames und Zubehör für Renn- und Flugsimulatoren. Zu den Signaturprodukten gehört das TRX-Cockpit, das sich ohne Werkzeug von einer Formel-Sitzposition auf eine aufrechtere GT-Position umbauen lässt und offizielles Produkt des Formel-1-Teams Alpine Racing ist.
Corsair hatte 2024 bereits den deutschen Lenkrad- und Pedalhersteller Fanatec unter kontroversen Umständen übernommen. Trak Racer reiht sich nun als zweite Simracing-Marke in das Portfolio des Konzerns ein.
Fanatec für Elektronik, Trak Racer für Simulatoren
Corsair sieht eine klare Aufgabenteilung vor: Fanatec bleibt für die Elektronik zuständig, also Wheelbases, Lenkräder, Pedale und Software. Den Bereich physische Simulatoren mit Cockpits, Sitzen und Frames übernimmt Trak Racer. Gemeinsam soll daraus eine Komplettlösung entstehen.
Die Übernahme erschließt Corsair zudem neue Segmente. Mit dem TR550 Flight Simulator bringt Trak Racer eine fertige Flugsimulationslösung ins Portfolio, und ein Cockpit mit Airbus-Branding befindet sich in Entwicklung. Hinzu kommt der Motorrad-Simulator TRZ, der in Partnerschaft mit RevZED entstand und auf der SimRacing Expo Charlotte 2026 vorgestellt wurde.
Lizenzen und Partnerschaften
Auf derselben Messe zeigte Sten Cockpits mit Porsche-, Aston-Martin-F1- und Hot-Wheels-Branding sowie einen Truck-Sitz. Trak Racer unterhält offizielle Partnerschaften mit den Formel-1-Teams BWT Alpine und Aston Martin Aramco. Außerdem wurde die Porsche-Partnerschaft erweitert, und ab 2027 kommen unter den Mattel-Marken Hot Wheels und Matchbox weitere Simracing-Produkte hinzu.
Markenstruktur und Führung
Trak Racer wird als Sub-Marke unter dem Fanatec-Dach geführt und behält die eigene Produktidentität sowie Community. Matt Sten wechselt als Chief Technology Officer for Sim Solutions zu Corsair. Pete Hosking, bisheriger CEO von Trak Racer, bleibt als General Manager der Business Unit an Bord.
Corsair-CEO Thi La erklärte, Trak Racer erweitere das Simracing-Lineup und bringe „ein umfangreiches Cockpit- und Zubehörportfolio sowie eine leidenschaftliche, loyale Community in die Fanatec-Familie“. Sten ergänzte, der Anschluss gebe Trak Racer die Plattform, „deutlich mehr Simracing-Fans schneller zu erreichen, als es allein möglich gewesen wäre“. Corsairs globale Handelsinfrastruktur und Fanatecs Engineering-Stärke sollen dabei helfen.
Was sich für euch ändert
Für bestehende Trak Racer-Kunden soll sich vorerst nichts ändern. Produkte, Garantien, Kundensupport und die Website trakracer.com laufen unverändert weiter. Preisänderungen hat das Unternehmen nicht angekündigt. Geplant ist allerdings, das Callcenter von Trak Racer mit Corsair zusammenzuführen. Änderungen will man vorab kommunizieren.
An bestehenden Fanatec-Händlerverträgen ändert sich ebenfalls nichts. Trak Racers Produktangebot soll später in die Fanatec-Reseller-Verträge aufgenommen werden. Corsairs globales Vertriebsnetz soll die Reichweite über das bisher vorwiegend online-basierte Modell von Trak Racer hinaus erweitern. Integrierte Bundles aus Cockpits, Fanatec-Controls und Zubehör will das Unternehmen perspektivisch ausloten, konkrete Produkte oder Termine gibt es dafür aber noch nicht.
Offen bleibt, was aus Fanatecs bestehender Cockpit-Reihe wird. Ebenso unklar ist die Zukunft von Trak Racers eigenen Elektronik-Plänen, darunter ein Alpine-F1-Lenkrad in Entwicklung.
Autor: Christoph
Leidenschaftlicher Webentwickler und seit 2021 begeisterter Simracer mit Fokus auf Rally. Hauptsächlich unterwegs in Richard Burns Rally und neuerdings auch in AC: Rally.