DLSS 5 Neural Rendering per Mod in Automobilista 2 nutzbar
Bild: Reiza Studios
- Forum-Mitglied „Ace“ hat einen Workaround veröffentlicht, der DLSS 5 Neural Rendering über ReShade und Community-Tools in AMS2 nachrüstet
- Beleuchtung und visuelle Einbettung der Fahrzeuge in die Streckenumgebung können sich sichtbar verbessern
- Die Bildrate halbiert sich dabei nahezu, was das Setup für ernsthaftes Racing ungeeignet macht
- Reiza Studios hat keine DLSS-5-Unterstützung angekündigt und es gibt keine Hinweise auf eine Planung
Community-Lösung statt offizielles Feature
Automobilista 2 bietet keine native DLSS-Integration. Reiza Studios hat auch keine Pläne für eine DLSS-5-Unterstützung kommuniziert. Trotzdem läuft NVIDIAs Neural Rendering nun in dem Simulator, dank eines Workarounds aus der Community.
Reiza-Forum-Mitglied „Ace“ hat eine vollständige Installationsanleitung samt Screenshots, Vergleichsbildern und Videomaterial im offiziellen Reiza-Studios-Forum veröffentlicht. Das Setup kombiniert ReShade mit mehreren Community-Tools, die gemeinsam die für NVIDIAs Neural-Rendering-System nötigen Daten rekonstruieren.
So funktioniert der Workaround
NVIDIA hat DLSS 5 im März 2026 offiziell angekündigt. Neural Rendering ist eine der zentralen neuen Komponenten und nutzt ein KI-Modell, um Beleuchtung und Materialien in Echtzeit zu verändern. Bei einer offiziell unterstützten Implementierung liefert die Spiel-Engine die dafür nötigen Daten direkt.
Da AMS2 diese Schnittstelle nicht bietet, muss der Workaround die benötigten Informationen künstlich erzeugen. Dazu gehören das aktuelle Bild samt Tiefeninformationen und geschätzten Bewegungsvektoren. Vier Komponenten kommen zum Einsatz: ReShade mit Full Add-On Support, das RenoDX DLSS 5 Add-on mit Streamline-Dateien, der DLSS5-Feeder und die DLSS5 Bridge. Weil das System nicht denselben direkten Zugriff auf die Engine-Daten hat wie eine native Implementierung, können visuelle Fehler auftreten.
Sichtbare Verbesserungen bei Beleuchtung und Schatten
Die auffälligsten Unterschiede betreffen die Beleuchtung und die visuelle Einbettung der Fahrzeuge in die Umgebung. Räder und freiliegende Aufhängungsteile können natürlicher beleuchtet wirken, und zusätzliche Schattierung kann Fahrzeuge weniger von der Streckenoberfläche losgelöst erscheinen lassen. Manche Szenen vermitteln zudem den Eindruck stärkerer Global Illumination und Ambient Occlusion.
Besonders deutlich zeigen sich die Effekte in Garagen und bei Open-Wheel-Fahrzeugen. Ace hat dazu mehrere Vorher-Nachher-Vergleiche sowie Videomaterial während der Fahrt veröffentlicht. Allerdings kann ein bräunlicher, cinematischer Farbstich auftreten. Das Reduzieren der „color strength“ in den Neural-Rendering-Parametern soll dem entgegenwirken.
Bildrate halbiert sich nahezu
Das größte Problem ist die Performance. Die Videodemos im Reiza-Forum zeigen eine deutliche Reduktion der Bildrate beim Aktivieren von Neural Rendering. Der Ersteller selbst kam nach weiteren Tests zum Schluss, dass die visuellen Verbesserungen es nicht rechtfertigen, die Bildrate faktisch zu halbieren. Ein Community-Mitglied bestätigte die Funktionalität des Workarounds, beschrieb die Performance-Kosten aber selbst auf einer NVIDIA GeForce RTX 5090 als zu hoch.
Für Rennsimulatoren wiegt dieser Nachteil besonders schwer, da konstante Bildraten und niedrige Latenz gerade bei Triple-Screen-Setups oder VR unverzichtbar sind. Das Setup eignet sich daher derzeit eher zum Experimentieren und für Screenshots oder Videoaufnahmen als für ernsthafte Rennen.
Hardware und Installation
Die Community-Anleitung empfiehlt eine GPU der NVIDIA GeForce RTX 50– oder RTX 40-Serie. Einige Karten der RTX-30-Serie könnten ebenfalls funktionieren, die Kompatibilität ist aber nicht garantiert.
Die Installation umfasst mehrere Schritte: Zunächst wird ReShade 6.8.0 mit Full Add-On Support auf die Datei AMS2AVX.exe angewendet. Anschließend werden die RenoDX-, Streamline-, DLSS5-Feeder- und Bridge-Komponenten in das AMS2-Installationsverzeichnis kopiert. In der ReShade-Oberfläche müssen die Effekte in der richtigen Reihenfolge angeordnet werden, wobei „iMMERSE: Launchpad“ zuerst und „DLSS 5 Feed“ direkt danach laufen muss. Die beteiligten Projekte werden häufig aktualisiert, weshalb ihr die jeweils aktuellen Release Notes prüfen solltet, statt Dateien verschiedener Versionen zu kombinieren.
Technologie-Vorschau statt Grafik-Upgrade
Das Projekt zeigt, dass NVIDIAs Neural Rendering bereits ohne native DLSS-Unterstützung in einen Rennsimulator gebracht werden kann, indem Community-Tools die benötigten Daten rekonstruieren. Eine offizielle Implementierung hätte direkten Zugriff auf Motion Vectors und Tiefeninformationen sowie die Rendering-Pipeline der Engine und könnte Entwicklern potenziell ein deutlich saubereres und effizienteres Ergebnis ermöglichen. Derzeit gibt es allerdings keinerlei Hinweis darauf, dass Reiza Studios DLSS 5 in Automobilista 2 einbauen will.
In seiner aktuellen Form ist der Workaround eher eine Technologie-Vorschau als ein praktisches Grafik-Upgrade. Dennoch ist es eine der ersten Demonstrationen dessen, was NVIDIAs neuer Rendering-Ansatz für Sim Racing bedeuten könnte.
Quellen:
Autor: Christoph
Leidenschaftlicher Webentwickler und seit 2021 begeisterter Simracer mit Fokus auf Rally. Hauptsächlich unterwegs in Richard Burns Rally und neuerdings auch in AC: Rally.