Simracing News vom 29. Juni 2026
Griechenland, Online-Rennen und eine neue Fahrphysik: Das große 0.5-Update ist da
Bild: Kunos Simulazioni - Online-Multiplayer (Phase 1) mit Custom- und offiziellen Lobbys für bis zu 16 Spieler
- Neue Location Griechenland mit zwei laser-gescannten Special Stages und 12 Layout-Varianten
- Umfangreiche Physik-Überarbeitung mit neuem Reifenmodell und neuen Oberflächeneffekten
- 24 neue Events, dazu 8 zusätzliche Schnee-Events für Alsace und Wales

Online-Multiplayer startet in Phase 1
Mit Update 0.5 erweitert Assetto Corsa Rally seinen Funktionsumfang im Early Access deutlich. Die größte Neuerung ist der Online-Multiplayer, der in einer ersten Phase an den Start geht.
Im Server-Browser durchsucht Ihr verfügbare Lobbys, erstellt eigene Custom-Räume oder tretet den offiziellen ACR-Lobbys bei. Pro Lobby treten bis zu 16 Spieler an, aktuell in Single-Stage-Events. Als Host schränkt Ihr die Fahrzeugauswahl ein, indem Ihr alle Autos zulasst, nur eine Kategorie freigebt oder exakt dasselbe Modell vorschreibt. Auch das Wetter legt Ihr beim Erstellen frei fest.
Wer nicht selbst fährt, schaut laufenden Lobbys als Zuschauer zu und verfolgt die Live-Ergebnisse. Zwischen den Rennen passen die Lobby-Besitzer Strecken- und Wetterparameter an.
Offizielle ACR-Lobbys mit festem Eventkalender
Die offiziellen ACR-Lobbys verwaltet das Entwicklerstudio Supernova dauerhaft. Sie sind stets im Server-Browser sichtbar und skalieren dynamisch über mehrere Instanzen, sodass immer freie Slots bereitstehen. Der Rotationskalender für Version 0.5 umfasst zwei wöchentliche Events und ein Wochenend-exklusives Event. Die wöchentlichen Events erneuern sich jede Woche und laufen über jeweils fünf oder mehr aktive Instanzen. Das Wochenend-Event läuft von Freitag bis Sonntag.
In Woche 1 stehen die „Rally 2 Greece Special Stages“ über vier griechische Strecken bei klarem Wetter sowie ein „Mini Tarmac Festival“ über acht Tarmac-Strecken mit dem Mini Cooper S auf dem Plan. Das Wochenende füllt „Impreza S3 Wales Light Rain“ mit dem Subaru Impreza S3 über vier walisische Strecken bei leichtem Regen.
Woche 2 setzt auf „Alfa GTA Greece Stages“ mit dem Alfa Romeo GTA 1300 Junior über vier griechische Strecken sowie ein „Rally 2 Gravel Festival“ über acht Schotter-Strecken. Am Wochenende folgt „Lancia Delta Col de Turini Light Snow“ mit dem Lancia Delta Integrale Evo über zwei Volldistanz-Stages bei leichtem Schnee. Der Plan ab Woche 3 wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.
Griechenland als neue Rallye-Location

Als neue Location kommt Griechenland hinzu. Sie bringt zwei eigenständige Special Stages mit, Elatia und Loutraki, die zusammen 12 Layout-Varianten ergeben. Insgesamt warten 22 Kilometer laser-gescannte Straßen mit 509 Meter Höhenunterschied auf Euch. Für die Region gibt es ein dediziertes „Rally Weekend“-Preset.
Auf Eventseite ergänzt das Update zwei Event-Gruppen mit insgesamt 24 neuen Events rund um Griechenland und die neuen Strecken. Für Alsace und Wales kommen außerdem acht neue Schnee-Events hinzu.
Überarbeitete Fahrphysik
Update 0.5 bringt eine umfangreiche Physik-Überarbeitung. Das Reifenmodell arbeitet mit einer überarbeiteten Peak-Slip-Angle-Formel, die nun von der Last abhängt und in einem engeren Bereich variiert. Der Innenreifen wirkt dabei als greifender Reifen und nicht mehr nur als bremsend schleifender. Die überarbeitete Load-Sensitivity-Formel verbessert die Stabilität unter hoher Last und skaliert dynamisch auf Basis von Reifendruck und tatsächlichen Kontaktflächen-Dimensionen.
Das refaktorierte Surface-Recognition-System gibt jedem Reifen dedizierte Parametersätze pro Untergrundtyp, einzelne Flächen wenden zusätzlich eigene Override-Modifier an. Bei den Camber-Eigenschaften reagieren Sturz-Winkel und Camber-Thrust-Effekte jetzt dynamisch auf die Last, übermäßiger Sturz reduziert aktiv den Längsgrip. Auch die Contact-Patch-Berechnung reagiert empfindlicher auf Sturz-Winkel.
Neu ist ein Bulldozing-Effekt auf weichen Untergründen in Längs- und Querrichtung. Der laterale Anteil steigt mit dem Reifenschlupf und sinkt bei übermäßigem Sturz, der Gesamteffekt skaliert mit dem Untergrundtyp. Hinzu kommen experimentell wieder eingeführte Stick-Slip-Vibrationen auf hochgripigen Oberflächen und Dig-Dependent-Vibrationen auf niedriggripigen Oberflächen. Im Zuge eines globalen Tuning-Passes hat das Studio alle Oberflächeneigenschaften, die Fahrzeugphysik und die Setup-Presets neu kalibriert.
Ideale Linie mit variabler Breite

Die ideale Linie unterstützt nun mehrere Kurvenbreiten und weitet sich in Kurven dynamisch auf. Aktiv ist die Funktion zunächst nur in Griechenland, der Rollout auf Wales, Alsace und Livigno folgt in künftigen Updates. Visuell ziehen sich realistische Reifenspuren entlang der idealen Linie, die asymmetrische Idealtrajektorie bleibt vorerst den Griechenland-Stages vorbehalten.
Die Physik-Berechnung deckt den Grip-Vorteil über die gesamte Breitenvariation bereits ab, während die visuelle Darstellung noch auf einer festen Breite bleibt. Es ist deshalb kein Fehler, wenn Eure Räder innen oder außen der sichtbaren Linie liegen.
Audio, Cockpit und weitere Anpassungen
Für alle Fahrzeuge kommen realistische Vibrationen der Cockpit-Innenelemente hinzu. Beim Subaru Impreza S3 hat das Studio das Motor- und Abgas-Audio aktualisiert und das After-Fire-Triggering verbessert, zudem eine technische Fehlinformation im Fahrzeugprofil-Menü korrigiert. Das Motor-Audio des Peugeot 306 wurde mit mehr Ansaugcharakter neu abgemischt und um ein leichtes RPM-Smoothing ergänzt. Dazu kommen eine Option für Helm-Mikrofon-Audio, weitere Anpassungen der Cockpit-Kamera sowie allgemeine Verbesserungen am 3D-Raumklang. Im 7.1-Setup gibt es Räder- und Aufhängungsgeräusche nicht mehr über die Seitenlautsprecher.
Bei den Kameras erlaubt eine neue globale Option, das Layout entweder auf alle Fahrzeuge gleichzeitig oder nur auf das aktuelle anzuwenden. Das Standard-FOV der Cockpit- und Gauge-Kameras wurde für alle Fahrzeuge erhöht. Eure eigenen Kamera-Konfigurationen solltet Ihr nach dem Update prüfen und neu anpassen.
Optisch verbessert das Update die Visuals der idealen Linie und führt eine neue Partikelmechanik für staubige Schotter-Oberflächen ein, ergänzt um ein überarbeitetes globales Beleuchtungsmodell für Staub- und Trümmerpartikel. In Munster gibt es hochauflösende Zuschauer-Modelle für die Start- und Zielbereiche.
Dazu kommt eine Reihe von Fehlerbehebungen. Behoben sind unter anderem Terrain-Flackern in mehreren Service Parks, fehlende Kollisionsdaten an Bäumen über verschiedene Stages, doppelte Bäume zugunsten der Performance sowie schwebende Vegetation. Außerdem reseten dynamische, bewegliche Strecken-Objekte nach einem Stage-Neustart wieder korrekt. Auch kleinere Tippfehler und Layout-Inkonsistenzen auf verschiedenen UI-Screens sind bereinigt.
Quellen:
Autor: Christoph
Leidenschaftlicher Webentwickler und seit 2021 begeisterter Simracer mit Fokus auf Rally. Hauptsächlich unterwegs in Richard Burns Rally und neuerdings auch in AC: Rally.