Simracing News vom 24. Juni 2026
Multiplayer, Rally Greece, neue Physik: Das steckt im 0.5-Update von AC: Rally
Bild: Kunos Simulazioni - Neuer Standort Rally Greece mit den Special Stages Elatia und Loutraki, zusammen 22 km laserscannte Schotterstrecke in 12 Layout-Varianten.
- Online-Multiplayer startet als Phase 1 mit Single-Stage-Events für bis zu 16 Spieler pro Lobby.
- Umfangreiches Physik-Overhaul mit neuem Reifenmodell, überarbeiteter Oberflächenerkennung und Bulldozing-Effekt auf Schotter.
- Alle Leaderboards werden mit dem Update vollständig zurückgesetzt.
Was Update 0.5 mitbringt
Das Supernova Team hat die kommenden Inhalte von Update 0.5 für Assetto Corsa Rally angekündigt. Der Early-Access-Titel bekommt damit einen neuen Standort, den Einstieg in den Online-Multiplayer und ein grundlegend überarbeitetes Physikmodell. Ein konkretes Release-Datum steht noch nicht fest.
Mit dem Update werden sämtliche Leaderboards vollständig zurückgesetzt. So fahren nach dem Patch alle unter den gleichen Physikbedingungen.
Neuer Standort: Rally Greece

Griechenland kommt als reiner Schotterstandort in die Simulation. Er umfasst die beiden Special Stages Elatia und Loutraki, die zusammen auf 12 Layout-Varianten kommen. Insgesamt warten 22 km hochauflösend laserscannte Straßen mit einem Höhenunterschied von 509 Metern auf euch.
Elatia und Loutraki

Die Stage Elatia liegt nahe der gleichnamigen Stadt und verbindet die Ortschaften Elatia und Zeli. Sie diente lange als WRC-Wertungsprüfung und führt über breite, staubige Straßen mit Spurrillen und freiliegenden Steinen. Der Charakter ist schnell und weitläufig, erlaubt hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten sowie ausladende Drifts, verlangt aber dennoch Präzision.
Loutraki beginnt an den Ausläufen der gleichnamigen Stadt und steigt in die Hügel von Aghii Theodori. Auch diese frühere WRC-Prüfung führt über staubige, von Steinen und Felsbrocken gesäumte Straßen. Sie fällt technischer und kurvenreicher aus und wechselt schnelle Abschnitte mit engen Kurven ab. Dazu kommen eigene „Rally Weekend“-Presets für Griechenland.
Online-Multiplayer: Phase 1
Mit Update 0.5 startet der Online-Multiplayer in seiner ersten Phase. Unterstützt werden zunächst Single-Stage-Events mit bis zu 16 Spielern pro Lobby. Mehrtages-Rallyes oder weitere Modi sind in dieser Phase noch nicht dabei.
Über einen Lobby-Browser durchsucht ihr aktive Lobbys, erstellt eigene Custom Lobbys oder tretet offiziellen ACR-Lobbys bei. Der Host legt die Fahrzeug-Restriktion fest, also alle Fahrzeuge, gleiche Kategorie oder exakt dasselbe Fahrzeug. Auch das Wetter wählt der Host frei und kann Strecke und Bedingungen zwischen den Rennen anpassen. Wer nur zuschauen will, kann laufenden Lobbys beitreten und die Live-Ergebnisse verfolgen.
Offizielle ACR-Lobbys
Supernova betreibt zusätzlich eigene, dauerhaft sichtbare Lobbys. Sie laufen über mehrere Instanzen, damit stets offene Slots bereitstehen. Den Takt gibt ein rotierender Kalender mit zwei wöchentlichen Events und einem Wochenend-Event von Freitag bis Sonntag vor. Pro Event sind jeweils fünf oder mehr aktive Lobby-Instanzen geplant.
In Woche 1 stehen das Weekly Event „Rally 2 Greece Special Stages“ über vier griechische Strecken bei klarem Wetter mit der Rally-2-Kategorie sowie das „Mini Tarmac Festival“ über acht Asphalt-Strecken mit dem Mini Cooper S an. Als Wochenend-Event folgt „Impreza S3 Wales Light Rain“ über vier Wales-Strecken bei leichtem Regen mit dem Subaru Impreza S3.
Woche 2 bringt „Alfa GTA Greece Stages“ über vier griechische Strecken bei klarem Wetter mit dem Alfa Romeo GTA 1300 Junior und das „Rally 2 Gravel Festival“ über acht Schotter-Strecken. Den Abschluss macht „Lancia Delta Col de Turini Light Snow“ über zwei Col-de-Turini-Langstrecken bei leichtem Schnee mit dem Lancia Delta Integrale Evo. Weitere Rotationen will Supernova später bekannt geben.
Physik-Overhaul

Kern des Updates ist ein umfangreiches Refactoring der Physik. Im Mittelpunkt steht das überarbeitete Reifenmodell. Die Peak-Slip-Angle-Formel arbeitet nun lastabhängig und verringert den Variationsbereich, wobei der innere Reifen mehr als reiner Schlepp-Reifen wirkt und stärker zum Grip beiträgt.
Die Load-Sensitivity-Formel sorgt für mehr Stabilität unter hohen Lasten und skaliert dynamisch nach Reifendruck und Größe der Kontaktfläche. Die Berechnung dieser Kontaktfläche reagiert empfindlicher auf den Sturzwinkel, sodass übermäßiger Sturz nun aktiv den Längsgrip senkt. Camber-Winkel und Camber-Thrust-Effekte sind ebenfalls dynamisch lastabhängig geworden.
Oberflächen und Bulldozing
Die Oberflächenerkennung wurde neu aufgesetzt. Jeder Reifen greift jetzt je Oberflächentyp auf einen eigenen Parameter-Satz zu, und einzelne Oberflächen können darauf eigene Modifier anwenden. Neu ist außerdem der Bulldozing-Effekt auf weichen Untergründen wie Schotter.
Dabei schiebt der Reifen Schotter weg und erzeugt so zusätzlichen Grip. Der seitliche Anteil steigt mit dem Reifenschlupf und sinkt bei zu viel Sturz, während der Gesamteffekt mit den jeweiligen Oberflächenbedingungen skaliert. Ziel ist ein realistischeres Grip-Verhalten auf losem Untergrund.
Force Feedback und Feintuning
Beim Force Feedback kehren zwei Vibrationssysteme zurück. Experimentelle Stick-Slip-Vibrationen bilden Hochgrip-Oberflächen ab, experimentelle Dig-Dependent-Vibrationen die Niedergrip-Oberflächen. Ein globaler Tuning-Pass stimmt zudem alle Oberflächeneigenschaften, die Fahrzeugphysik und die Setup-Presets neu ab.
Mittelfristig sind Reifen- und Bremstemperatur-Dynamiken, Reifenverschleiß und feinere Fahrwerks-Setups für raue Oberflächen geplant, in Update 0.5 sind sie noch nicht enthalten. Langfristig will Supernova erneut mit MegaRide zusammenarbeiten. Das italienische Unternehmen ist auf Fahrdynamik, Reifensimulationssoftware und Reifentests spezialisiert und soll bei der Weiterentwicklung des Reifenmodells helfen.
Neue Ideallinie
Eine neue dynamische Ideallinie unterstützt Kurven mit variabler Breite. Bislang war die Linie fix breit, jetzt kann sie sich durch Kurven dynamisch verbreitern. Auf der Linie liegt der Grip physikalisch höher als daneben.
Visuell folgen Skidmarks und Tram-Tracks dem Verlauf. Auf Schotter und Schnee entstehen sie durch Verdichtung und Aufwühlen, auf Asphalt durch dunklere Bereiche, Bremsspuren und Gummiabrieb. Physikalische und sichtbare Breite können derzeit noch voneinander abweichen. Vorerst ist die Linie nur in den Griechenland-Stages aktiv, der Rollout auf Wales, Alsace und Livigno folgt in späteren Updates.
Neue Events
Für die Griechenland-Strecken kommen zwei neue Event-Gruppen mit insgesamt 24 Events hinzu. Dazu gibt es acht neue Schnee-Events für die Regionen Alsace und Wales.
Audio, Grafik und Umgebung
Beim Sound hat das Team unter anderem das Motor- und Auspuff-Audio des Subaru Impreza S3 überarbeitet und das After-Fire-Triggering verbessert. Der Motor-Sound des Peugeot 306 wurde neu abgemischt und bekommt mehr Ansaugcharakter, dazu glättet ein angepasstes RPM-Signal den vorher leicht unruhigen Klang. Neu sind eine Helm-Mikrofon-Audio-Option und weitere Anpassungen der Cockpit-Kamera. Räder und Fahrwerk verschwinden aus den seitlichen 7.1-Lautsprechern, und die 3D-Spatialisierung wurde insgesamt verbessert.
Bei Grafik und Effekten gibt es realistischere Skidmarks, neue Partikel-Mechaniken für staubigen Schotter und eine bessere Integration von Staub- und Trümmer-Partikeln ins Umgebungslicht. Die Linien-Technologie unterstützt nun auch asymmetrische Pfade, zunächst ebenfalls nur in Griechenland.
In den Umgebungen verbessert sich die Streaming-Performance. Münster bekommt hochauflösende Zuschauer-Modelle in den Start- und Endzonen, während Griechenland um die beiden Stages und einen eigenen Service Park ergänzt wird. Behoben sind unter anderem Terrain-Flackern in mehreren Service Parks, fehlende Baum-Kollisionen, schwebende Vegetation und Baum-Duplikate. Im Cockpit sorgen realistische Vibrationen für Innenraumelemente für mehr Immersion.
Gameplay, UI und Bug-Fixes
Eine neue globale Option legt fest, ob ein Kamera-Layout für alle Fahrzeuge gleichzeitig oder nur für das aktive Fahrzeug gilt. Das Standard-FOV für Cockpit- und Gauge-Kameras wurde erhöht, weshalb ihr eure individuellen Kameraeinstellungen nach dem Update prüfen und gegebenenfalls neu setzen solltet.
Dazu kommen mehrere Korrekturen. Im Profil-Menü des Subaru Impreza S3 waren falsche technische Daten hinterlegt, die nun stimmen. Kleinere Tippfehler und Layout-Probleme im UI sind ebenso behoben wie ein Fehler, durch den bewegliche Streckenobjekte nach einem Stage-Neustart nicht in ihre Ausgangsposition zurückkehrten.
Quellen:
Autor: Christoph
Leidenschaftlicher Webentwickler und seit 2021 begeisterter Simracer mit Fokus auf Rally. Hauptsächlich unterwegs in Richard Burns Rally und neuerdings auch in AC: Rally.