Simracing News vom 21. Juli 2026
Le Mans Ultimate: US-Strecken-DLC und Update V1.4 kommen am 28. Juli
Bild: Motorsport Games - Der US Track Pass umfasst sechs US-Strecken in drei Packs zu je zwei Kursen. Pack 1 bringt den Daytona International Speedway und das WeatherTech Raceway Laguna Seca.
- Ein Pack kostet 19,99 Euro, der komplette Season Pass 44,99 Euro. In der ersten Woche kommt ein zusätzlicher Launch-Rabatt von 10 Prozent hinzu.
- V1.4 baut die gesamte Online-Plattform neu auf. Die Eigenentwicklung heißt intern RaceOS, der Netcode wechselt von TCP auf reliable UDP.
- Dazu kommen ein überarbeitetes Protest-System samt LiveSteward, neue Features für Pro- und Pro+-Mitglieder und ein weiterentwickeltes Bremsthermik-System.
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Sechs US-Strecken als Season Pass
Wenige Wochen nach den 24 Stunden von Le Mans richtet Le Mans Ultimate den Blick über den Atlantik. Der US Track Pass bringt insgesamt sechs US-Strecken ins Spiel, aufgeteilt auf drei Packs mit je zwei Kursen. Den Auftakt macht Pack 1 mit dem Daytona International Speedway und dem WeatherTech Raceway Laguna Seca.
Daytona gilt als Zuhause des amerikanischen Langstreckenrennsports. Kennzeichnend sind die hohen Steilkurven und das Infield, dazu das 24-Stunden-Rennen, das dort jeden Januar ausgetragen wird. Die Strecke ist offiziell lizenziert, lasergescannt und vom Content-Team nachgebaut.

Laguna Seca fällt kürzer und technischer aus. Dort liegt der Corkscrew, eine der meistfotografierten Kurven im Rennsport. Während Daytona vor allem Entschlossenheit und Mut belohnt, verlangt Laguna Seca Präzision und Geduld. Zusammen sollen beide Kurse einen repräsentativen Ausschnitt des amerikanischen Rundstreckenrennsports abbilden.

Preise und Verfügbarkeit
Jedes der drei Packs kostet 19,99 Euro oder den ungefähren Gegenwert in der jeweiligen Landeswährung. Wer alle drei Packs zusammen als Season Pass kauft, zahlt 44,99 Euro und spart damit 25 Prozent gegenüber dem Einzelkauf. In der ersten Woche nach dem Release kommt auf Pack und Season Pass ein weiterer Launch-Rabatt von 10 Prozent obendrauf.
Abonnenten von RaceControl Pro+ erhalten die US-Inhalte automatisch, zusammen mit allen anderen bereits verfügbaren Zusatzinhalten. Auch für die Abos gibt es einen Launch-Rabatt von 10 Prozent, der ab sofort auf RaceControl.gg verfügbar ist.
Protest-System und LiveSteward
Ein Schwerpunkt von V1.4 liegt auf dem Fairplay. Mit V1.2 führte das Studio Badges und LiveSteward als Fundament ein, seit V1.3 werden absichtliche Unfälle in einem leicht auswertbaren Format für menschliche Admins erfasst. Die Prüfung eines Vorfalls dauert dadurch Sekunden statt Minuten. Über 4.500 temporäre Sperren wurden seither über dieses System verhängt, wobei jede weitere Verfehlung zu einer längeren Sperre führt.

V1.4 verfeinert LiveSteward weiter, reduziert Fehlalarme und testet neue experimentelle Regeln. Ziel ist es, die einzelnen Regeln nach und nach freizugeben, damit das System live und öffentlich eingreifen kann. Neu in diesem Release ist eine Regel, die Fahrer zurück in die Box schickt, wenn ihr Auto sich längere Zeit kaum bewegt hat. So bleiben liegen gebliebene Fahrzeuge nicht über mehrere Runden auf der Ideallinie stehen.
Auch das Protest-System bezeichnet das Studio als entscheidenden Fortschritt. Bisher gingen viele unbegründete Proteste ein, im Schnitt rund 700 pro Tag, jeder mit einer Prüfzeit von etwa fünf Minuten. Das sei nicht nachhaltig. Künftig koppelt das Spiel Proteste an das Replay-Review-System. Ihr reicht einen Protest direkt aus dem Replay heraus ein, samt Zeitstempel, beteiligtem Fahrer, eigenen Notizen und Video als Kontext. Die Stewards erhalten den angehängten Replay-Kontext gleich mit und entscheiden dadurch schneller und besser informiert.
Bei Nicht-Meisterschaftsrennen sind ausschließlich absichtliche Unfälle protestierbar, unabsichtliche werden sofort verworfen. Für reguläre Rennvorfälle verweist das Studio auf die Online-Meisterschaften als richtigen Ort. Der bisherige Cooldown zwischen Protesten entfällt, dafür muss ein Protest innerhalb von 24 Stunden eingereicht werden. Neu ist außerdem ein Guthaben-System: Ihr erhaltet drei Proteste pro Monat und bekommt für jeden erfolgreichen Protest ein Guthaben zurück.
Neue Online-Plattform „RaceOS“

Im Hintergrund tauscht Le Mans Ultimate die komplette Plattform aus, die alle Online-Funktionen trägt. Dazu zählen Fahrerwechsel, Meisterschaften, Daily Races, gehostete Server und RaceControl. Über mehrere Monate ersetzte das Studio eine bisherige Komponentenschicht eines Drittanbieters durch eine Eigenentwicklung, die intern RaceOS heißt.
Direkt bemerken sollt ihr davon möglichst wenig. Das neue Fundament ist speziell für das eigene Ökosystem gebaut und soll mit dem Spiel mitwachsen. Beim ersten Release von V1.4 warnt das Studio allerdings vor einer verlängerten Wartungsphase.
Zusätzlich wechselt die Spiel-zu-Spiel-Verbindung von TCP auf reliable UDP. Das soll besser für Rad-an-Rad-Rennen geeignet sein und langfristige Probleme lösen helfen. Das Studio bezeichnet seinen Netcode als branchenführend, verweist aber darauf, dass in den ersten Wochen nach breiterer Nutzung noch Anfangsschwierigkeiten auftreten können. Wer während eines Rennens aussteigt, um Schäden oder Strafen zu entgehen, kommt damit künftig nicht mehr durch.
Neue Features für Pro und Pro+
Pro- und Pro+-Mitglieder verdienen sich alle zehn Rennen einen Event Joker. Über den Event-Results-Bildschirm gesetzt, löscht er die Auswirkung eines bestimmten Rennens auf Driver Rank und Safety Rating vollständig. Das Rennen zählt weiterhin als Versuch in Meisterschaften, sodass sich damit keine besseren Ergebnisse farmen lassen, allein der Rating-Schaden fällt weg.

Gedacht ist der Joker als Versicherung gegen Pech, etwa einen Unfall in Kurve 1 oder einen technischen Defekt. Gleichzeitig lassen sich höchstens drei Joker halten, und einsetzen könnt ihr sie nur bei Einzelfahrer-Events, nicht bei Team-Rennen. Dazu kommen die Practice+ Server, ein dedizierter Übungsbereich mit Servern, die länger bestehen bleiben als die reine Vorbereitung auf das nächste planmäßige Rennen.
Bremsphysik überarbeitet
Bei der Physik entwickelt das Studio das Bremsthermik-System weiter. Oberfläche und Kern der Bremsscheibe werden nun getrennt simuliert, um die Übereinstimmung mit realen Bremstemperaturen zu verbessern. Das soll auch Bremskonsistenz und Bremsleistung anheben. Am deutlichsten macht sich die Änderung bei LMP3, LMP2 und einigen Hypercars bemerkbar. Das Studio versteht das als Grundlage für weitere Verbesserungen und beobachtet das Feedback der Community.
Weitere Änderungen
Einige der neuen US-Strecken haben keine Boxengassen, aus denen ihr direkt aus der Garage herausfahren könnt. Deshalb platziert das Spiel euer Auto beim Druck auf „Start Driving“ nun automatisch in der Boxengasse. Das wirkt auch für WEC-Events realistischer, da die Autos dort üblicherweise per Dolly in die Boxengasse gebracht werden, bevor sie losfahren. Anschließend solltet ihr möglichst schnell in die fast lane wechseln, also auf die von der Boxenmauer entfernte Seite. Bleibt ihr stehen, folgt eine Strafe.
Mit dem Release kommen zudem die finalen 2026er-Fahrzeug-Updates ins Spiel. Die Joker-Upgrades für Alpine und Cadillac sind modelliert und ab sofort verfügbar. Als weitere Sprachoption zieht brasilianisches Portugiesisch ein. Das Studio bedankt sich dabei ausdrücklich bei der brasilianischen Community, die seit dem ersten Tag zu den aktivsten gehört.
Ausblick
Die weiteren Season-Pass-Packs stehen bereits im Plan. Pack 2 wird für das späte Q3 erwartet, Pack 3 für das späte Q4. Beim Online-Erlebnis will das Studio auf den neuen Plattform-Fundamenten aus diesem Release aufbauen und weiter investieren.
Studio-Chef Stephen Hood von Motorsport Games fasst es so zusammen: „Das war’s von uns. Wir hoffen, ihr genießt die neuen Strecken und Verbesserungen, während wir LMU weiter voranbringen. Man sieht sich auf der Strecke!“
Quellen:
Autor: Christoph
Leidenschaftlicher Webentwickler und seit 2021 begeisterter Simracer mit Fokus auf Rally. Hauptsächlich unterwegs in Richard Burns Rally und neuerdings auch in AC: Rally.