Project Motor Racing: Version 2.2 startet die LMDh-Überarbeitung
Bild: Competition Company
- Version 2.2 bringt die LMDh-Klasse auf die Standards, die Update 2.1 mit GT3 und GT4 eingeführt hat
- Verbrennungsmotor, Brake-by-Wire, Rekuperation und Aerodynamik wurden überarbeitet
- Neues Reifenmodell mit drei Compounds, bei denen Wärme und Druck statt reiner Grip-Unterschiede im Vordergrund stehen
- Weitere Phasen mit fahrzeugspezifischen Modellen sind bereits in Entwicklung
Erster Durchgang mit Fokus auf die dringendsten Probleme
Project Motor Racing hat mit Version 2.2 die erste Phase einer umfassenden LMDh-Überarbeitung veröffentlicht. Das Update bringt die Klasse auf die Standards, die zuvor in Version 2.1 für GT3 und GT4 gesetzt wurden. Es handelt sich ausdrücklich um einen ersten Durchgang, der die dringendsten Probleme adressiert und die Grundlagen für kommende Updates legt.
Eure alten Setups funktionieren weiterhin, allerdings werden sich Handling und Performance damit wahrscheinlich verändern. Die dringende Empfehlung lautet daher, mit den neuen Default-Setups zu starten oder aktualisierte Setups aus dem ModHub zu nutzen.
Verbrennungsmotor: Stabiler und berechenbarer
Substanziell überarbeitet wurde die ICE-Simulation. Die Änderungen betreffen unter anderem ICE-Trägheit, Gasannahme und Motorbremse. Oszillationen, die bei konstantem Throttle auftreten konnten, wurden beseitigt. Im Leerlauf kann weiterhin etwas Oszillation vorhanden sein. Ebenfalls behoben sind die wesentlichen ICE-Oszillationen beim Deployment der vorderen MGU.
Zudem wurde die Leistungsabgabe rund um die BoP-Regeln überarbeitet. Der ICE respektiert seine vorgeschriebene Leistungsbegrenzung jetzt über den gesamten Drehzahlbereich, wobei das System die Begrenzung bewusst so weich wie möglich anlegt.
Brake-by-Wire und Rekuperation
Der ABS-Assist funktioniert nun in den Modi „Safe Regen“ und „Full Regen“ und ist mit jedem Rekuperationsgrad der MGU kompatibel. Beim Brake-by-Wire ändert sich die Bremsbalance jetzt dynamisch in Echtzeit, während die MGU rekuperiert und sich Geschwindigkeit sowie aerodynamischer Abtrieb verändern.
Die Rekuperation variiert außerdem mit der Geschwindigkeit und damit mit der wechselnden Aerolast. Das hilft, die ungewöhnlichen Achs-Blockierer zu verhindern, die zuvor unter Rekuperation auftreten konnten. Zusätzlich reagiert die Rekuperation auf Querbeschleunigung: Fordert der Fahrer viel Kurvengrip, passt sich die Rekuperationsbremse an, um das Fahrzeug nicht zu destabilisieren.
Neues Reifenmodell mit drei Compounds
Die LMDh-Klasse erhält die erste Iteration eines neuen Reifenmodells mit drei Mischungen. Die Unterschiede bestehen dabei nicht in großen Grip-Sprüngen, sondern hauptsächlich in interner Wärmeentwicklung und Reifendruckverhalten. Die Compound-Wahl soll so stärker von Umgebungs- und Streckentemperatur abhängen. Es geht darum, den Reifen ins richtige Arbeitsfenster zu bringen, anstatt einfach den Compound mit dem meisten Grip zu wählen.
Aerodynamik mit mehr Nickempfindlichkeit
Das überarbeitete Aero-Modell bringt größere Nickempfindlichkeit, sodass sich Änderungen der Fahrzeuglage stärker auf das aerodynamische Verhalten auswirken. Außerdem berücksichtigt das Modell die im Reglement definierte Effizienz-Begrenzung von 4:1. Wird die Bodenfreiheit zu niedrig eingestellt, kann die Aero-Performance durch Low-Ride-Height-Stalling einbrechen. Auch die Wirkung der vertikalen Finnen unter Schräganströmung (Yaw) wird nun abgebildet.
Chassis, Fahrwerk und Ausblick
Parallel gab es erste Verbesserungen bei Schwerpunkt, Fahrzeugträgheiten, Radaufhängungsgeometrie und Setup-Grenzen. Langfristig soll die Entwicklung über eine klassenweite Lösung hinausgehen und individuelleres Verhalten für die verschiedenen LMDh- und LMH-Fahrzeuge bieten.
Weitere Arbeit an praktisch jedem Bereich der LMDh- und LMH-Simulation ist in Entwicklung. Geplant sind unter anderem präzisere BoP-Leistungsbegrenzung, verbesserte Turbo-Boost-Steuerung, optimiertes Energiemanagement und zunehmend autospezifische Modelle bei Aerodynamik und Fahrwerk. Einen konkreten Zeitplan für die Folge-Updates gibt es bislang nicht.
Quellen:
Autor: Christoph
Leidenschaftlicher Webentwickler und seit 2021 begeisterter Simracer mit Fokus auf Rally. Hauptsächlich unterwegs in Richard Burns Rally und neuerdings auch in AC: Rally.